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Der Basler Psi-Verein: Zwischen Erbe und Identitätskrise

Eine kritische Auseinandersetzung mit der Entwicklung des Basler Psi-Vereins: Von Pioniergeist zu Coaching und die Frage nach der Zukunft der Grenzforschung.

Der Basler Psi-Verein (BPV) ist seit Jahrzehnten ein fester, wenn auch oft kontrovers diskutierter Bestandteil des Basler Kulturlebens. Als jemand, der die Entwicklung des Vereins seit über 20 Jahren verfolgt, blicke ich mit einer Mischung aus Nostalgie und kritischer Distanz auf das aktuelle Geschehen.

Lange Zeit galt der BPV unter der Ägide von Lucius Werthmüller als Leuchtturm für seriöse Grenzforschung. Man wagte Experimente, die weit über das hinausgingen, was man üblicherweise mit Esoterik assoziiert – man denke nur an die wegweisenden Arbeiten zur physischen Medialität oder die Zusammenarbeit mit internationalen Größen der Szene. Die wissenschaftliche Strenge und der Mut zum Unkonventionellen waren unser Markenzeichen.

Seit Werthmüllers Tod im Jahr 2021 spürt man jedoch einen deutlichen Wandel. Die einstige Pionierarbeit, die den Verein weit über die Schweizer Grenzen hinaus bekannt machte, scheint zunehmend zugunsten eines massentauglicheren Programms in den Hintergrund zu rücken. Coaching-Angebote und eine diffuse Spiritualität haben vielerorts die analytische Tiefe verdrängt.

Für mich stellt sich die Frage: Wohin steuert der Verein? Geht es um eine strategische Neuausrichtung, um neue Mitglieder zu gewinnen, oder erodiert der fachliche Anspruch, weil die entsprechenden Kuratoren fehlen? Auch die Transparenz bezüglich der GmbH-Struktur und der Mittelverwendung für die Forschung bleibt ein Punkt, der innerhalb der Mitgliederversammlung kritisch hinterfragt werden sollte.

Der BPV könnte wieder das werden, was er einmal war: ein Ort für echte, mutige Grenzforschung. Doch dazu braucht es eine Rückbesinnung auf die ursprünglichen Ideale und die Bereitschaft, sich auch kontroversen Themen wieder mit wissenschaftlicher Akribie zu widmen. Ich hoffe sehr, dass wir diesen Geist nicht endgültig den Archiven überlassen müssen. ;)