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Mainz und der Wein

Diese Verbindung ist weit mehr als nur ein Wirtschaftszweig. Seit über 2.000 Jahren, seitdem die Römer den systematischen Weinbau an den Rhein brachten, prägt der edle Tropfen die Kultur, das Lebensgefühl und die Geografie der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt. Als stolzes Mitglied im exklusiven Netzwerk der Great Wine Capitals gilt Mainz heute offiziell als die Weinhauptstadt Deutschlands.

Die Weinberge vor der Haustür: Die Großlage Sankt Alban

Mainz ist das Tor zu Rheinhessen, dem mit rund 26.500 Hektar größten Weinanbaugebiet Deutschlands (auch bekannt als das „Land der tausend Hügel“). Doch die Stadt besitzt auch stolze eigene Rebflächen. Die Mainzer Weinlagen gehören allesamt zum Bereich Nierstein und sind in der geschichtsträchtigen Großlage Mainzer Sankt Alban zusammengefasst, die rund 208 Hektar umfasst.

Die idyllischen Rebhänge vor den Toren der Stadt Mainz.Quelle:Rheinhessen.de    

Der Weinbau konzentriert sich primär auf die drei eingemeindeten Stadtteile:

  • Hechtsheim: Der unbestrittene Riese unter den Mainzer Weinbauorten mit einer Vielzahl traditionsreicher Winzerbetriebe und Hoffeste.

  • Laubenheim: Bekannt für malerische Einzellagen (wie den Laubenheimer Johannisberg) und den beliebten Weinlehrpfad, der Wanderern auf zwölf anschaulichen Schilderstationen die regionalen Rebsorten näherbringt.

  • Ebersheim: Die südlichste Bastion des Mainzer Weinbaus, tief eingebettet in die rheinhessische Hügellandschaft.

Das Sortenverhältnis spiegelt den klassischen rheinhessischen Charakter wider: Etwa zwei Drittel der Flächen sind mit weißen Rebsorten (allen voran Riesling, Silvaner und Burgundersorten) bestockt, während das verbleibende Drittelhochkarätige Rotweine hervorbringt.

Gelebter Lifestyle: Das Mainzer Marktfrühstück

Die Mainzer Weinlandschaft existiert jedoch nicht nur als landwirtschaftliche Fläche, sondern wird mitten im Stadtzentrum zelebriert. Das beste Beispiel hierfür ist eine Institution, die weit über die Landesgrenzen hinaus Kultstatus genießt: das Mainzer Marktfrühstück.

Was 1999 von den Mainzer Winzern als einfacher Treffpunkt im Schatten des über 1.000 Jahre alten Doms ins Leben gerufen wurde, zieht heute jeden Samstag während der Markt-Saison Tausende von Menschen an. Das Prinzip ist wunderbar unkompliziert: Man holt sich beim Metzger oder Bäcker eine kräftige Fleischwurst und Brötchen und pilgert damit zum Stand der Mainzer Winzer, um das Ganze mit einem Schoppen Wein zu kombinieren.

Dieses Zusammenspiel ist als die rheinhessische Dreifaltigkeit bekannt: „Weck, Worscht und Woi“ (Brötchen, Wurst und Wein). Es verkörpert die offene, humorvolle und gesellige Mentalität der Mainzer, die eng mit der Fastnachtstradition verknüpft ist.

Natur und Genuss verbinden

Für Entdecker bietet die Mainzer Weinlandschaft hervorragend ausgebaute Wege. Sowohl der Kleine Mainzer Höhenweg als auch der berühmte RheinTerrassenWeg führen direkt durch die städtischen Weinberge und belohnen Wanderer mit beeindruckenden Panoramaausblicken über das Rheintal.

Wer hier unterwegs ist, wandert durch aktive Kulturlandschaft. Am Wegesrand laden Straußwirtschaften und Gutsschänken dazu ein, den Wein genau dort zu verkosten, wo er wächst – unkompliziert, authentisch und voller Lebensfreude.