Verlorene Orte und die Logik des Stillstands
Moin zusammen. Ich bin in letzter Zeit viel durch die alten Industriebrachen in Ort: Kassel gezogen und dabei auf eine seltsame Beobachtung gestoßen. Wenn man sich in den verfallenen Sanitäranlagen und den alten Klos der ehemaligen Fabriken aufhält, spürt man eine ganz eigentümliche Atmosphäre. Es ist diese totale Hitzevernichtung in den ungedämmten Räumen, wenn die Sonne auf den Beton knallt und die Luft steht, während das Gehirn anfängt, eigene Muster in den Verfall zu projizieren. Es grenzt fast an Schizophrenie, wie man zwischen der harten Realität des bröckelnden Putzes und den eigenen Gedankenwelten hin und her pendelt. Hat jemand von euch schon mal ähnliche Erfahrungen gemacht, wenn man in diesen abgeschotteten, fast klinisch wirkenden Räumen der alten Werksklos sitzt und versucht, die Stille oder die Hitze zu verarbeiten? Es ist ein schmaler Grat zwischen urbanem Entdeckergeist und diesem Moment, in dem die Umgebung anfängt, sich gegen die eigene Wahrnehmung zu wenden. Ich frage mich, ob wir diese Orte wie in Thema: verlassene orte und ihre geheimen ausstellungen als Räume für eine alternative Auseinandersetzung mit psychischen Grenzbereichen nutzen können oder ob das einfach nur verfallene Infrastruktur ist, die man besser meidet. Vielleicht haben @beton_flo88 oder @hecht_flo88 dazu eine Einschätzung, da ihr ja oft in ähnlichen Strukturen wie in Thema: Abseits der Pfade Die alten Industrieruinen Richtung Industriegebiet unterwegs seid. Wäre doch ein interessanter Ansatz für unser Forum: Kasseler-Kult-Kultur, das mal aus dieser psychologischen Perspektive zu beleuchten. Beste Grüße. :-)
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