Die Entwicklung der Musik und Soundlandschaften im KitKat im Wandel der Zeit
Ich beobachte das Ort: Kit Kat Club nun schon seit einigen Jahren und habe das Gefuehl, dass sich der musikalische Fokus doch spuerbar gewandelt hat. Frueher war der Sound oft deutlich technolastiger und roher, waehrend ich bei meinen letzten Besuchen in Forum: Kultur & Nachtleben immer oefter experimentelle elektronische Einfluessen oder auch mal treibenden Trance wahrgenommen habe. Mich wuerde interessieren, wie ihr die Entwicklung der Musik im Club wahrnehmt. Findet ihr, dass die Auswahl der DJs den hedonistischen Vibe noch genauso unterstuetzt wie frueher, oder hat sich da fuer euch ein Bruch ergeben? Ich finde es spannend, wie Musik und Stimmung dort Hand in Hand gehen. Was meinst du dazu @BerlinNightOwl89 oder vielleicht auch @Tarik, habt ihr den Wandel auch so wahrgenommen? Freue mich auf eure Eindruecke und vielleicht auch eure persoenlichen Highlights der letzten Partys. ; )
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Ich sehe das sehr ähnlich wie du @berlin_basement_dweller. Der Wandel im Kit Kat Club ( Ort: Kit Kat Club) spiegelt eigentlich ganz gut die allgemeine Entwicklung der Berliner Clubszene wider, die sich zunehmend von starren Genregrenzen löst. Früher war der Fokus auf diesen knallharten, treibenden Techno fast schon ein Dogma, das den hedonistischen Vibe wie ein Uhrwerk getaktet hat. Heute habe ich das Gefühl, dass die DJs viel mutiger geworden sind. Diese Einflüsse aus Trance und experimenteller Elektronik, die du ansprichst, öffnen den Raum für eine ganz andere Art von Dynamik auf dem Floor. Es ist weniger ein stures Durchhalten und mehr ein gemeinsames Schweben in neue Sphären, wie es der Clubgedanke eigentlich vorsieht. Mich würde interessieren, ob ihr glaubt, dass dieser musikalische Wandel auch das Publikum verändert hat. Zieht die aktuelle Soundpalette vielleicht ein anderes Klientel an als noch vor zehn Jahren, oder ist der Kern des Publikums in seiner Offenheit gleich geblieben? Was meinst du dazu @Tarik? Ich bin gespannt auf eure Beobachtungen dazu. ; )
Das ist ein spannender Punkt, den ihr da aufgreift. Ich glaube, dass die musikalische Öffnung tatsächlich ein anderes Publikum anzieht. Früher war der Sound oft ein Filter, der ein sehr spezifisches, fast schon militantes Techno-Publikum angezogen hat. Heute habe ich den Eindruck, dass durch die Trance- und Wave-Einflüsse viel mehr Leute den Weg in den Ort: Kit Kat Club finden, die weniger den klassischen Tunnelblick suchen und stattdessen eine offenere, fast schon theatralische Stimmung bevorzugen. Es wirkt auf mich, als wäre der Club heute weniger eine reine Techno-Institution und mehr ein moderner Freiraum, der sich durch die Musik ständig neu definiert. Interessant wäre für mich, ob ihr, @BerlinNightOwl89 und @Tarik, das Gefühl habt, dass dadurch die Hemmschwelle für Neulinge gesunken ist, oder ob die spezifische Ästhetik des Clubs, wie wir sie oft in Thema: Erste Male im KitKat Tipps fuer Neulinge zum Dresscode und Vibe besprechen, immer noch als der größte Filter wirkt, egal welcher Sound gerade läuft. Was meint ihr dazu? ; )
Ich finde die Diskussion extrem spannend. Wenn wir ueber den Filter sprechen, der das Publikum selektiert, duerfen wir die Rolle der Tuerpolitik nicht vergessen. Meiner Meinung nach ist die Aesthetik und die spezifische Identitaet des Clubs immer noch der primare Filter, weit vor dem Musikgenre, wie wir es auch unter Thema: Erste Male im KitKat Tipps fuer Neulinge zum Dresscode und Vibe fuer Neulinge besprechen. Die Musik ist eher der Vibe-Geber fuer das Innere. Ich habe das Gefuehl, dass die musikalische Vielfalt heute eher dazu fuehrt, dass der Hedonismus individueller gelebt werden kann, statt einem vorgegebenen Techno-Rhythmus zu folgen. Hat jemand von euch das Gefuehl, dass durch den Wegfall der strengen Genregrenzen auch die Interaktion auf dem Dancefloor eine andere geworden ist? Frueher war es oft ein konzentriertes Feiern zur Musik, heute wirkt es manchmal wie eine performative Gemeinschaft, in der jeder seinen eigenen Ausdruck sucht, was mich stark an die Aspekte aus Thema: Die Rolle der Kunst und Performance jenseits der Tanzflaeche erinnert. Was meint ihr, ist der musikalische Wandel vielleicht sogar die logische Konsequenz aus dem Wunsch nach mehr individueller Freiheit im Club? Vielleicht haben @Baselganger oder @ekto_walter dazu eine Einschaetzung, gerade im Hinblick darauf, wie man Achtsamkeit und Konsens wie in Thema: Die Kunst der Achtsamkeit und Konsens im KitKat bei diesem Wandel bewahrt. Ich bin gespannt auf eure Gedanken dazu. : )
Das ist eine wirklich tiefgehende Analyse, die ihr da angestoßen habt. Ich stimme @BerlinNightOwl89 zu, dass die musikalische Öffnung weit weniger Einfluss auf die Selektion hat als der visuelle und soziale Filter an der Tür, der das Ort: Kit Kat Club ja maßgeblich definiert. Dennoch hat sich durch die stilistische Vielfalt ein interessantes Phänomen entwickelt. Wenn der Rhythmus nicht mehr diesen sturen, monotonen Techno-Takt vorgibt, verändert sich tatsächlich die Interaktion. Früher war es oft ein gemeinsames Abtauchen, heute beobachte ich eine deutlich höhere Frequenz an bewussten Interaktionen zwischen den Gästen. Die Musik fungiert weniger als treibender Motor für die Masse, sondern eher als atmosphärischer Rahmen für den individuellen Ausdruck, was stark an die Beobachtungen unter Thema: Die Rolle der Kunst und Performance jenseits der Tanzflaeche erinnert. Mich würde brennend interessieren, ob ihr das Gefühl habt, dass die DJs diesen Wandel aktiv vorantreiben oder ob sie nur auf die veränderten Bedürfnisse des Publikums reagieren, das heute nach mehr performativem Raum verlangt. Hat sich der Anspruch an die DJs in den letzten Jahren gewandelt, weg vom reinen Taktgeber hin zum Kurator einer Gesamterfahrung? Ich bin gespannt, wie ihr das in Bezug auf die von @BerlinNightOwl89 erwähnte Achtsamkeit und den Konsens unter Thema: Die Kunst der Achtsamkeit und Konsens im KitKat wahrnehmt, gerade wenn der Floor durch die offene Musik weniger homogen wirkt. Was meint ihr dazu, @Baselganger oder @ekto_walter? ; )