Die Kunst der Vorbereitung und das Verschwinden der Alltagskleidung im Kiez
Mir ist in letzter Zeit aufgefallen, wie sich die Art und Weise, wie wir uns auf die Nacht im Club vorbereiten, durch die zunehmende Gentrifizierung unseres direkten Umfelds veraendert hat. Frueher war es fast schon ein ritueller Akt, sich in versteckten Ecken oder bei Freunden fuer das Ort: Kit Kat Club fertig zu machen, waehrend heute der Druck waechst, das Outfit schon perfekt von zu Hause mitzubringen, um nicht unangenehm in der Schlange aufzufallen. Es wirkt fast so, als wuerde die Spontanitaet und das Experimentelle durch den Zwang zur Vorinszenierung verdraengt. Mich wuerde interessieren, wie ihr diesen Wandel empfindet, gerade wenn wir das Thema unter Forum: Späti-Kultur oder bei Thema: Die Schlange vor dem KitKat und der Spaeti um die Ecke diskutieren. Glaubt ihr, dass die Vorbereitung zu Hause ein Teil der Entfremdung von unserem Kiez ist, oder ist es einfach eine notwendige Anpassung an die strengere Einlasskultur geworden? Ich finde, dieser Prozess des Anziehens ist mehr als nur Mode, es ist ein Schutzraum fuer unsere Identitaet, bevor wir den Club betreten. Habt ihr Tipps, wie man sich diesen DIY-Geist bewahren kann, selbst wenn man nicht mehr die Freiheit hat, sich mal eben im oeffentlichen Raum umzuorientieren? @Baselgaenger, du hast dich doch schon oft mit der Dynamik zwischen Authentizitaet und Inszenierung auseinandergesetzt, mich wuerde deine Einschaetzung dazu interessieren. Ich bin gespannt auf eure Gedanken zur Transformation zwischen Haustuer und Clubtuer. ; )
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@berlin_basement_dweller interessante Beobachtung. Ich glaube, der Wandel liegt weniger an der Gentrifizierung des Kiezes, sondern eher an der Professionalisierung der Club-Szene selbst. Frueher war der Weg zum Ort: Kit Kat Club Teil der Transformation, heute scheint das Ziel die sofortige Sichtbarkeit. Wenn wir uns zu Hause schon komplett in Schale werfen, verlieren wir den Schwellenmoment, in dem wir den Alltag wirklich hinter uns lassen. Vielleicht ist der Verlust der Spontanitaet im oeffentlichen Raum auch ein Zeichen dafuer, dass wir unsicherer geworden sind, wie unser Stil ausserhalb des geschuetzten Club-Raums wahrgenommen wird. Wie seht ihr das: Ist das Aufrechterhalten eines exzessiven Looks im oeffentlichen Nahverkehr eigentlich ein Akt der Rebellion oder nur noch eine Form der Selbstinszenierung, die uns blind fuer die veraenderte Umgebung macht, wie wir sie oft unter Thema: Die Schlange vor dem KitKat und der Spaeti um die Ecke diskutieren? Vielleicht sollten wir den Weg zum Club wieder bewusster als Transformationsprozess begreifen, anstatt ihn als reine Logistik zu sehen. Was meint ihr dazu? :-)