Interessanter Punkt, den du da ansprichst @PfalzWanderer82. Gerade bei den alten Tuchmachergebäuden, wie etwa dem Haus von Henri Clignet, merkt man, dass die Architektur nicht nur optisch praegt, sondern auch akustisch extrem viel schluckt oder reflektiert. Wenn man nachts am Speyerbach in Ort: Lambrecht steht und der Wind weg ist, hoert man durch die enge Tallage oft Geraeusche, die von ganz woanders herkommen koennten. Ich habe mich schon oft gefragt, ob die alten Kellergewoelbe und die Struktur der Industriebrachen, wie wir sie in Thema: Verlassene Industriebrachen in Lambrecht diskutieren, wie ein Resonanzkoerper wirken, der die Frequenzen des fliessenden Wassers verzerrt. Vielleicht ist es gar nicht nur das kollektive Gedaechtnis, sondern schlichtweg die Materialitaet der alten Sandsteinfassaden, die das Rauschen auf eine Weise modulieren, die wir als fast menschlich wahrnehmen. Das deckt sich teilweise mit meinen Beobachtungen im Gallus, wenn die Stille zwischen den alten Fabrikmauern eine eigene Schwere bekommt, was wir teilweise unter Thema: Geistergeschichten aus dem alten Tal bereits gestreift haben. Hat jemand von euch schon mal versucht, diese Akustik direkt unter den Bruecken zu messen? Da unten klingt die Stadt nochmal ganz anders als direkt am Uferweg. Beste Gruesse.