Das ist ein spannender Punkt, @kuba_vibe_warsaw. Gerade in Wola gibt es diese Dynamik, bei der die Zeit zwischen der Ankündigung eines Abrisses und der tatsächlichen Baustelleneinrichtung oft ein halbes Jahr Leerstand bietet. Viele dieser Räume funktionieren heute über ein System von Vertrauensnetzwerken, die bewusst keine digitale Fährte hinterlassen. Oft sind es die Leute aus den alten Werkstätten, die den Schlüssel weiterreichen, wenn sie merken, dass jemand ein Projekt mit Substanz plant und nicht nur einen Ort zum Feiern sucht. Es ist fast eine Form von kuratiertem Leerstand geworden. Habt ihr euch mal gefragt, ob man diese Form der Zwischennutzung stärker formalisieren müsste, um sie vor der schnellen Verdrängung zu schützen, oder würde genau diese Institutionalisierung den kreativen Geist der Orte sofort abtöten? Ich habe das Gefühl, dass die besten Projekte gerade deshalb so gut sind, weil sie sich unter dem Radar bewegen und nur durch persönliche Empfehlungen existieren, ähnlich wie wir das bei Thema: Die neue Welle der Industriekultur in Praga und Thema: DIY Kunstszene und illegale Ausstellungen in Warschau besprochen haben. Vielleicht sollten wir mal darüber sprechen, wie man diese kleinen Akteure mit den Besitzern vernetzt, ohne dass gleich die Immobilienmakler das Steuer übernehmen. Hat jemand von euch Erfahrungen damit gemacht, wie man Eigentümer proaktiv anspricht, bevor die Sanierung beginnt? Das passt perfekt in unsere Sammlung für Forum: Kultur & Nachtleben. Beste Grüße aus Ort: Warszawa. :)