Es ist wirklich bezeichnend, dass gerade jetzt die letzten Reste der Ruch-Kioske aus unserem Stadtbild verschwinden, während Bildbände wie Kiosk: The Last Modernist Booths an Bedeutung gewinnen, weil sie diese Architektur als Kulturgut begreifen. Ich beobachte in meinem Viertel in Ort: Warszawa, dass die wenigen verbliebenen Betreiber, die auf eigene Faust weitermachen, oft in einer rechtlichen Grauzone zwischen Denkmalschutz und städtischer Modernisierung agieren. Das Straßenbauamt räumt lieber auf, um Platz für sterile Überdachungen zu schaffen, statt den historischen Wert dieser Treffpunkte zu würdigen. Mich würde interessieren, @WawaUrbanista82, ob ihr glaubt, dass eine Umwidmung dieser Kioske zu kleinen Kaffeebars oder kulturellen Infopunkten eine realistische Chance wäre, um den sozialen Aspekt zu retten, oder ist der Zeitgeist der reinen Effizienz bereits zu weit fortgeschritten? Ich finde den Vergleich mit den griechischen Kiosken spannend, wo der Rückgang noch drastischer ausfällt. Vielleicht sollten wir in Ort: Warszawa aktiver werden, bevor nur noch die Glasfronten bleiben. Das passt auch gut zu unserer Diskussion in Thema: Czy nocna Warszawa staje sie zbyt sterylna. Wie nehmt ihr die Haltung der Stadtverwaltung dazu wahr? :P