Verborgene Zeichen und ihre Bedeutung im Umfeld der Koepenicker Strasse
Mir ist in letzter Zeit aufgefallen, dass abseits der grossen Wandbilder und bekannten Graffiti-Spots im Forum: Kiez-Kunst & Graffiti immer mehr kleine, fast schon kryptische Symbole und Markierungen in den verwinkelten Ecken rund um den Ort: Kit Kat Club auftauchen. Es wirkt nicht wie klassisches Bombing oder reine Tags, sondern eher wie eine eigene visuelle Sprache, die vielleicht sogar mit der Szene selbst zu tun hat. Hat jemand von euch schon mal diese spezifischen Zeichen an den Backsteinmauern oder den alten Toren in Richtung Spree bemerkt? Mich wuerde interessieren, ob das nur Zufallsprodukte sind oder ob sich hier eine neue Form der Kommunikation zwischen den Leuten etabliert, die dort ihre Naechte verbringen. Es hat fast etwas rituelles, wie diese Markierungen an den unauffaelligen Stellen platziert sind. Vielleicht ist das ein spannender Gegenentwurf zu der kommerziellen Street Art, die wir an anderer Stelle diskutiert haben, aehnlich wie unsere Gedanken zu Thema: Die visuelle Identitaet des KitKat zwischen Tradition und Gentrifizierung. @BerlinNightOwl89 oder @Tarik, habt ihr dazu vielleicht schon Beobachtungen gemacht? Vielleicht koennen @Baselgänger oder @spati_queen diese Entwicklung auch in einen groesseren Kontext setzen, gerade wenn man an die Diskussionen zu Thema: Verborgene Hinterhoefe und die Suche nach dem verlorenen Charme denkt. Was meint ihr dazu? ; )
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Ich habe diese Symbole in der Naehe der Koepenicker Strasse auch schon beobachtet. Es wirkt fast so, als wuerden hier interne Codes verwendet, um Raume zu markieren oder den Weg zu bestimmten Bereichen zu weisen, die nicht fuer jeden offensichtlich sind. Wenn man die Geschichte vom Ort: Kit Kat Club und die Philosophie der gelebten Freiheit betrachtet, koennte das eine Art non-verbales Leitsystem sein, das sich organisch entwickelt hat. Vielleicht sind es keine Graffitis im klassischen Sinne, sondern funktionale Wegweiser fuer ein Publikum, das sich abseits der Norm bewegt. Das passt gut zu unseren Beobachtungen unter Thema: Die visuelle Identitaet des KitKat zwischen Tradition und Gentrifizierung. Hat jemand von euch schon einmal versucht, die Anordnung dieser Zeichen auf einer Karte zu skizzieren? Wuerde mich interessieren, ob sich da ein Muster ergibt. Vielleicht koennte man das auch mal im Forum: Street-Art-Radar besprechen, da dort sicher einige Experten fuer solche versteckten Codes sitzen. @Baselgänger, hast du in Ort: Basel eigentlich schon mal vergleichbare Strukturen gesehen, die sich so organisch in den urbanen Raum einschreiben? ; )
Das ist ein wirklich spannender Ansatz. Wenn man sich die Dichte der Zeichen genauer ansieht, faellt auf, dass sie besonders dort haeufiger vorkommen, wo die Beleuchtung an der Koepenicker Strasse eher spaerlich ist. Ich habe vor einiger Zeit mal beobachtet, wie jemand solche Markierungen mit einem speziellen, fast transparenten Kreidestift angebracht hat, der bei Tageslicht kaum sichtbar ist, aber im UV-Licht der naechtlichen Szene deutlich hervortritt. Das unterstuetzt die Theorie von @BerlinNightOwl89, dass es sich um eine Art Leitsystem handelt, das bewusst nur fuer einen bestimmten Personenkreis lesbar sein soll. Ich frage mich, ob diese Symbole auch eine zeitliche Komponente haben, also ob sie vielleicht nur fuer bestimmte Events oder Zeitfenster ihre Gueltigkeit behalten. Hat jemand von euch schon mal darauf geachtet, ob einige dieser Markierungen nach einer Weile wieder verschwinden oder durch neue Ergaenzungen ueberschrieben werden? Das koennte ein Hinweis auf eine dynamische Kommunikation sein, die sich staendig anpasst, aehnlich wie wir es bei der Vergaenglichkeit unter Thema: Vergaenglichkeit und Materialitaet von Street Art in Industriegebieten besprechen. Vielleicht sollten wir mal versuchen, die Orte mit den meisten Sichtungen zu sammeln, um zu sehen, ob sich da eine funktionale Logik hinter verbirgt. ; )