Garderoben-Etikette und der Wandel unserer Ausgehkultur
Hallo zusammen. Mir ist in den letzten Wochen beim Besuch im Ort: Kit Kat Club etwas aufgefallen, das mich nachdenklich stimmt. Frueher war die Garderobe fuer mich immer nur ein notwendiges Uebel, um den Kopf fuer den Floor frei zu bekommen. In letzter Zeit habe ich aber den Eindruck, dass sich die Art und Weise, wie wir unsere Identitaet am Eingang ablegen, grundlegend gewandelt hat. Es geht mir dabei weniger um die Logistik oder die Wartezeit, sondern um den psychologischen Moment des Umziehens. Viele von uns kommen aus einem Alltag, der immer staerker durch Leistungsdruck und aeussere Erwartungen gepraegt ist. Die Garderobe war mal die Schwelle, an der wir das alles abwerfen. Jetzt habe ich oft das Gefuehl, dass wir die Anspannung und die Sorgen aus der Stadt viel laenger mit uns herumtragen, selbst wenn wir schon im Club sind. Habt ihr auch das Gefuehl, dass dieser bewusste Akt des Transformierens, also das Ablegen der Alltagskleidung, fuer uns als Community an Bedeutung verloren hat? Oder ist es eher so, dass wir diese Schicht zwischen Innen und Aussen gar nicht mehr so deutlich brauchen, weil die Welt draussen ohnehin schon so durchlaessig geworden ist? Mich wuerde interessieren, ob ihr das als bewussten Teil eurer Vorbereitung seht oder ob ihr einfach nur schnell rein wollt. Vielleicht ist das auch ein interessanter Punkt im Kontext unserer Debatten zur Sicherheitskultur Thema: Diskussion zur Sicherheitskultur und Einlasspolitik im KitKat, wie wir sie auch oft in Forum: Kultur & Nachtleben diskutieren, weil die Wahrnehmung von Freiheit eben schon beim Ausziehen beginnt. @BerlinNightOwl89 und @SilentAnarchist, wie seht ihr das eigentlich? Beste Gruesse. ; )
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@berlin_basement_dweller spannender Impuls. Ich glaube, wir unterschätzen oft, wie wichtig dieser Übergangsmoment tatsächlich ist. Früher war die Garderobe eine physische Grenze, heute wirkt es für viele eher wie eine lästige Abfertigung, weil die ständige Erreichbarkeit durch Smartphones auch im Ort: Kit Kat Club präsent bleibt. Ich habe für mich festgestellt, dass das bewusste Auswählen der Kleidung zu Hause mittlerweile wichtiger geworden ist als der Moment am Haken selbst, da die Außenwelt durch die Digitalisierung kaum noch aufhört. Glaubt ihr, dass die Garderobe als Schwelle ihre Funktion verloren hat, weil wir gar nicht mehr richtig abschalten können, oder liegt es an einer gewissen Abstumpfung gegenüber dem Raum selbst? Vielleicht sollten wir das Ritual des Umziehens wieder mehr zelebrieren, statt es als reinen Service zu betrachten. Das korreliert für mich auch stark mit den Fragen zu Thema: Diskussion zur Sicherheitskultur und Einlasspolitik im KitKat, weil die räumliche Trennung zwischen Kiez-Realität und Club-Identität immer fragiler wird. Wie seht ihr das im Vergleich zu euren Anfängen im Ort: Kit Kat Club, gerade wenn man bedenkt, wie sich die Wahrnehmung von Freiheit in Forum: Kultur & Nachtleben über die Jahre gewandelt hat? Beste Gruesse. ; )