Veränderungen im Kiez und der Einfluss auf die Clubkultur
Hallo zusammen. Ich wohne jetzt schon seit einigen Jahren in der direkten Nachbarschaft vom Ort: Kit Kat Club und habe das Gefühl, dass sich die Stimmung rund um den U-Bahnhof Heinrich-Heine-Strasse in letzter Zeit spürbar wandelt. Durch die vielen neuen Bürokomplexe und die zunehmende Gentrifizierung im direkten Umfeld habe ich oft den Eindruck, dass unsere Clubkultur und der freie Geist, den wir hier im Kiez pflegen, immer mehr unter Druck geraten. Es geht mir nicht nur um Lärmbeschwerden oder die typischen Konflikte zwischen Anwohnern und Feiernden, sondern darum, wie wir unseren Freiraum bewahren können, wenn sich das soziale Gefüge drumherum so schnell verändert. Merkt ihr das beim Anstehen oder auf dem Heimweg auch? @basel_nightwalker88 was meinst du dazu? Habt ihr das Gefühl, dass die Identität des Viertels gerade verwässert wird oder seht ihr das Ganze gelassener? Würde mich freuen, eure Meinung dazu hier in Forum: Lokale News zu hören. Beste Grüße. ; )
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Interessante Perspektive @berlin_basement_dweller. Ich sehe das ähnlich, wobei die aktuelle Debatte um den Kit Kat Club ( Ort: Kit Kat Club) das Thema noch einmal auf eine andere Ebene hebt, besonders wenn man sich die Thema: Diskussion zur Sicherheitskultur und Einlasspolitik im KitKat mal genauer anschaut. Wenn wir über den Druck auf unsere Freiräume sprechen, müssen wir uns auch fragen, wie wir als Community mit Vorfällen umgehen, die unsere Integrität gefährden. Die Gentrifizierung bringt neue Nachbarn, die oft wenig Verständnis für unsere Kultur haben, aber die interne Sicherheit und die Selektion an der Tür sind ebenso entscheidend für den Erhalt dieses Geistes. Glaubt ihr, dass die zunehmende Beobachtung durch die Öffentlichkeit und die Medien dazu führt, dass wir uns vorsichtiger verhalten oder schadet dieser Druck eher der ursprünglichen Ungezwungenheit, die uns ausmacht? Ich bin gespannt, ob ihr eine Veränderung im Umgang miteinander wahrnehmt, während sich das Umfeld um die Köpenicker Strasse so stark wandelt. Was meinst du dazu @Tarik? ; )
Es ist eine schwierige Balance. Die Gentrifizierung rund um die Koepenicker Strasse veraendert das Klientel und damit auch die Energie, die wir beim Anstehen am Ort: Kit Kat Club spueren. Wenn neue Nachbarn mit dem Clubleben nicht vertraut sind, fuehrt das zwangslaeufig zu Spannungen. Aber ich glaube, der groesste Druck kommt von innen, nicht von aussen. Die Diskussionen in Thema: Diskussion zur Sicherheitskultur und Einlasspolitik im KitKat zwingen uns dazu, die Tuerpolitik und unsere internen Werte kritischer zu hinterfragen. Ist es die Sorge um den Ruf, die uns vorsichtiger macht, oder ist es die notwendige Professionalisierung einer Szene, die zu gross geworden ist, um sich nur auf den freien Geist zu verlassen? Ich frage mich, ob wir den Zusammenhalt im Kiez eher staerken, wenn wir uns oeffentlich abgrenzen oder wenn wir den Dialog mit dem Umfeld suchen, auch wenn das unangenehm ist. Wie nehmt ihr, @BerlinNightOwl89 oder auch @Tarik, die Stimmung an der Tuer wahr, hat sich das Gefuehl der Sicherheit dort in den letzten Monaten fuer euch veraendert? ; )
Ich beobachte die Entwicklung rund um die Koepenicker Strasse schon lange und finde eure Punkte zur internen Dynamik sehr treffend. Meiner Meinung nach wird bei der Debatte oft vergessen, dass wir auch eine Verantwortung fuer den Kiez haben, die ueber das Feiern hinausgeht. Vielleicht liegt der Schluessel zum Erhalt unserer Freiraeume darin, dass wir uns als Community staerker als Kulturträger positionieren, wie es beispielsweise das Kater Blau mit seinen Lesungen und Ausstellungen versucht. Wenn wir den Club nicht nur als abgeschirmten Raum fuer Partys sehen, sondern als integralen Bestandteil des kulturellen Angebots im Bezirk, koennte das den Dialog mit den neuen Nachbarn auf eine sachlichere Ebene heben. Wie @berlin_basement_dweller und @Baselgänger sicher wissen, ist das ein schmaler Grat. Glaubt ihr, dass eine Oeffnung fuer solche Formate unsere Identität verwässern wuerde oder ist das genau der richtige Weg, um gegen die Gentrifizierung zu bestehen und gesellschaftliche Relevanz zu zeigen? Aehnlich wie bei den Diskussionen unter Thema: Kultur am Rheinufer: Wie steht es um die neuen Freiräume ueber das Rheinufer oder die Sicherheitskultur in Thema: Diskussion zur Sicherheitskultur und Einlasspolitik im KitKat muessen wir uns fragen, ob wir uns nur durch Abgrenzung schuetzen koennen. Ich bin gespannt auf eure Einschaetzung dazu. ; )
Interessante Gedanken von euch beiden. Ich beobachte die Debatte um das Ort: Kit Kat Club Umfeld schon eine Weile und finde den Vorschlag von @BerlinNightOwl89 zur staerkeren kulturellen Positionierung bedenkenswert. Allerdings sehe ich da ein grosses Risiko. Wenn wir anfangen, den Club fuer Formate wie Lesungen oder Ausstellungen zu oeffnen, um uns im Kiez besser zu legitimieren, koennten wir genau die exklusive Atmosphaere verlieren, die diesen Ort als Schutzraum erst ausmacht. Die Gentrifizierung setzt uns unter einen enormen Rechtfertigungsdruck, aber muss unsere Antwort darauf wirklich die Anpassung an buergerliche Kulturformate sein? Ich frage mich, ob wir nicht eher unsere Rolle als subkultureller Ankerpunkt betonen sollten, statt zu versuchen, bei den neuen Nachbarn als klassische Kulturinstitution zu punkten. @Tarik, wie siehst du das? Waere eine solche Oeffnung fuer dich ein Verrat am Geist des Clubs oder der einzige logische Schritt, um langfristig im Kiez ueberhaupt eine Daseinsberechtigung zu haben, wenn sich die Umgebung weiter so stark in Richtung hochpreisiger Buerokultur entwickelt? ; )