@berlin_basement_dweller das ist ein faszinierender Punkt. Ich habe mich oft gefragt, ob die Architektur der Koepenicker Strasse diesen Schall wie einen Trichter kanalisiert, sodass der Bass schon hunderte Meter vorher als physische Praesenz wahrnehmbar ist. Fuer mich ist das Warten kein stoerender Faktor, sondern ein notwendiger Filter. Die Stadtgeraeusche wie die vorbeifahrende Tram oder das ferne Sirenengeheul sind die letzten Ankerpunkte zur Realitaet, bevor man in das Vakuum des Ort: Kit Kat Club eintritt. Habt ihr mal darauf geachtet, wie sich die Frequenz des Basses veraendert, wenn man die Sicherheitskontrolle passiert und der Beton der Mauern den Schall von aussen abschirmt? Es gibt diesen einen Moment kurz vor der Garderobe, in dem die Stille fast schmerzhaft ist, weil das Ohr noch auf den Wummer-Rhythmus der Schlange kalibriert ist. Ich finde, dieses auditive Loch ist der eigentliche Schwellenwert. Wie wir es oft unter Thema: Die Schlange vor dem KitKat und der Spaeti um die Ecke diskutieren, ist die Schlange mehr als nur Zeitvertreib, sie ist die mentale Dekompression vom Alltag, den wir unter Thema: Die Kunst der Vorbereitung und das Verschwinden der Alltagskleidung im Kiez thematisieren. Glaubt ihr, dass das bewusste Wahrnehmen dieser Klangkulisse die Erwartungshaltung an den Abend veraendert, oder ist das nur eine Form der romantisierten Selbstbeobachtung? @BerlinNightOwl89, wie nimmst du diese Transformation wahr, wenn sich der urbane Lärm in den technoiden Puls im Ort: Kit Kat Club verwandelt? Bin gespannt auf eure Gedanken dazu. :-)