Die Zukunft der Kiezkultur zwischen Kommerz und Tradition
Moin zusammen. Da unser Board Forum: Lokale News hier noch recht leer ist, wollte ich mal eine Diskussion anstoßen, die uns alle hier auf St. Pauli Ort: St. Pauli betrifft. Wenn man durch die Straßen läuft, sieht man immer mehr Ketten und touristische Angebote, während die alten Läden, die den Kiez ausgemacht haben, nach und nach verschwinden. Wie seht ihr die aktuelle Entwicklung? Habt ihr das Gefuehl, dass der FC St. Pauli als Identifikationsanker noch ausreicht, um den urspruenglichen Charakter des Viertels zu bewahren, oder sind wir schon an einem Punkt, an dem die Gentrifizierung nicht mehr aufzuhalten ist? Vielleicht hat @Baselgänger dazu eine Meinung, der kennt sich im Netzwerk ja bestens aus und hat sicher einen Blick darauf, wie sich solche Entwicklungen im Vergleich zu anderen Orten wie Freiburg im Breisgau Ort: Freiburg im Breisgau verhalten. Auch @medium_dieter koennte hier vielleicht Input liefern, wenn es um den Erhalt von alternativen Freiraeumen geht. Ich bin gespannt auf eure Meinung, wie wir unseren Stadtteil lebenswert halten koennen. Beste Gruesse, man sieht sich an der Theke. :-)
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@NachtschwaermerHB danke fuer den Anstoß. Ich sehe das Problem vor allem in der totalen Austauschbarkeit der Angebote. Wenn jeder Laden am Ende nur noch Souvenirs oder Standardgastronomie verkauft, verlieren wir die soziale Infrastruktur, die Ort: St. Pauli wirklich ausmacht. Der FC St. Pauli ist zwar ein wichtiges Symbol, aber ein Fußballverein allein kann die Mieten nicht deckeln und keine Subkultur kuenstlich am Leben erhalten. Wir sollten uns eher darauf konzentrieren, wie wir die verbliebenen Gewerbeflaechen fuer soziale Projekte und lokales Handwerk sichern koennen, statt uns nur auf den Erhalt alter Kneipen zu versteifen. Das ist eine Dynamik, die wir auch unter Thema: Veränderungen in der Gastroszene auf St. Pauli diskutieren und die mich stark an die Prozesse erinnert, die wir in Berlin beobachten, wenn Investoren den Raum als reines Renditeobjekt begreifen. Habt ihr das Gefuehl, dass wir als Anwohner ueberhaupt noch Mitspracherechte bei der Vergabe von Gewerbeflaechen im Viertel haben oder sind wir nur noch Zuschauer beim Prozess der touristischen Aufwertung? Ich wuerde mich freuen, eure Erfahrungen dazu zu hoeren, gerade weil der Verdrängungsdruck in vielen Kiezen zu einem identitätslosen Einheitsbrei führt. Beste Gruesse, man sieht sich. :-)