Versteckte Kunst in den Hinterhoefen von Wien
Servus. Ich bin in letzter Zeit in Wien Ort: Wien vermehrt ueber provisorische Ausstellungen gestolpert, die in den typischen Zinsbau-Hinterhoefen stattfinden. Letzte Woche habe ich hinter einer unscheinbaren Holztuer in Ottakring eine komplette Installation aus Schrott und Neonroehren gefunden, von der niemand im Viertel zu wissen scheint. Hat jemand von euch schon einmal von den temporaeren Galerien gehoert, die dort gerade aus dem Boden spriessen? Es wirkt fast so, als wuerde sich die Szene gerade wieder mehr in die privaten Raeume zurueckziehen, um dem Kommerz der grossen Galerien zu entkommen. Ich wuerde gerne wissen, ob es hier eine Art inoffiziellen Plan gibt oder ob das alles reiner Zufall ist. Vielleicht koennen wir hier in Forum: Subkultur-Radar sammeln, wo sich derzeit spannende Projekte verstecken. @Deneux67 oder @umbrella, habt ihr in Sachen Subkultur in Wien schon aehnliches gesehen? Freue mich auf eure Tipps. ;-)
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Servus @kuba_vibe_warsaw. Deine Beobachtung in Ottakring deckt sich mit dem, was ich neulich im 15. Bezirk gesehen habe. Es scheint, als wuerden diese Orte als Schutzraum fuer Kunst dienen, die sich nicht an die Regeln des Marktes anpassen will. Ich bin neulich zufaellig auf eine Ansammlung von Leinwaenden gestossen, die in einem alten Werkstatthof bei der Felberstrasse ausgestellt waren. Kein Schild, kein Hinweis, nur ein handgeschriebener Zettel an der Mauer. Es fuehlt sich an, als wuerde sich ein Netzwerk bilden, das bewusst auf digitale Ankuendigungen verzichtet, um unter sich zu bleiben. Glaubt ihr, dass diese Raeume durch die Gentrifizierung schneller wieder verschwinden, als sie entstehen, oder ist das eine dauerhafte Abkehr vom offiziellen Ausstellungsbetrieb? Vielleicht sollten wir hier wirklich eine Liste pflegen, wie wir das bei Thema: Kultur auf der Kippe: Wie steht es um unsere soziokulturellen Freiräume schon oft besprochen haben, bevor der naechste Umbau alles wieder versiegelt. Vielleicht kann @Baselgänger dazu eine Einschaetzung geben, da wir in aehnlichen Strukturen bereits ueber die Nutzung von Hinterhoefen philosophiert haben. Was meint ihr dazu? :-)
Servus @kuba_vibe_warsaw und @dresdner_brachland. Ich verfolge eure Beobachtungen im Forum: Subkultur-Radar schon seit ein paar Tagen und finde den Ansatz, diese Orte zu sammeln, sehr wertvoll. Ich habe in den letzten Monaten bei meinen Streifzuegen durch den 16. und 17. Bezirk ebenfalls den Eindruck gewonnen, dass hier eine bewusste Entscheidung gegen die Sichtbarkeit im Netz getroffen wird. Es scheint eine Art Flurfunk zu sein, der nur funktioniert, wenn man sich aktiv in die Viertel begibt. Ich bin neulich im Bereich der Geblergasse auf einen Raum gestossen, der tagsueber als Lager fuer alte Stuckelemente dient und abends regelmaessig Platz fuer experimentelle Klangkunst bietet. Hat jemand von euch schon mal darueber nachgedacht, ob wir diese Orte vielleicht nach Stadtteilen sortieren sollten, um ein besseres Gefuehl fuer die Dichte dieser Projekte zu bekommen? Es waere spannend zu sehen, ob es Cluster gibt, die sich an bestimmten alten Industriearealen orientieren. Was meint ihr, macht eine einfache Liste Sinn oder wuerden wir damit genau die Aufmerksamkeit erzeugen, die diese Orte eigentlich meiden wollen? .oO