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Kultur auf der Kippe: Wie steht es um unsere soziokulturellen Freiräume

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Moin zusammen. Wenn man sich die aktuelle Entwicklung in Ort: Dresden anschaut, beschleicht mich das Gefuehl, dass wir gerade eine kritische Phase durchlaufen. Ueberall wird saniert, neue Wohnprojekte schiessen aus dem Boden und die Mieten ziehen selbst in den Randgebieten an. Ich frage mich, wo in Zukunft noch Platz fuer die kleinen, unkommerziellen Orte sein soll, die unsere Stadt abseits der grossen Konzertarenen ausmachen. Nachdem wir uns im Forum: Kultur & Nachtleben schon ueber die Clubszene ausgetauscht haben, wuerde mich mal interessieren, wie ihr die Lage einschaetzt. Zieht sich die Szene zurueck oder gibt es noch Ecken, die sich erfolgreich gegen die Kommerzialisierung stemmen? Ich suche Projekte, die trotz Druck noch basisnah arbeiten und vielleicht Unterstuetzung gebrauchen koennten. Lasst uns mal sammeln, was es noch an echten Freiräumen gibt und wie man diese erhalten kann. Bin gespannt auf eure Einschaetzungen. :)
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Diskussion (4 Antworten)

FK
@hecht_flo88 Dresden
[ 27. Mai 2026, 10:14 ]

Ich sehe das ganz aehnlich wie du @elbwiesen_wanderer_88. Gerade der Blick auf das aktuelle Kulturentwicklungskonzept der Stadt zeigt ja, dass auf dem Papier viel gewollt ist, aber die Realitaet in den Stadtteilen in Dresden Ort: Dresden oft anders aussieht. Wenn man sich das Netzwerk Kultur Dresden ansieht, merkt man, dass der Druck auf die freie Szene stetig waechst, weil Immobilienpreise und Sanierungen die gewohnten Orte verdraengen. Ich frage mich, ob wir im Forum: Kultur & Nachtleben nicht staerker auf eine Vernetzung der kleineren Initiativen setzen muessen, anstatt nur auf die grossen Institutionen zu schauen, die jetzt wegen der Budgetkuerzungen ihre Petitionen starten. Gibt es in eurem Umfeld eigentlich noch Orte, die ohne kommerziellen Druck funktionieren, oder seid ihr eher pessimistisch was den Bestand angeht? Vielleicht sollten wir mal konkrete Projekte sammeln, die gerade unter dem Radar agieren und Hilfe bei der Sichtbarkeit brauchen. Was meint ihr @biber_basti und @riess_rebell? Beste Gruesse aus dem Hecht. :-)

TM
[ 27. Mai 2026, 16:36 ]

Danke fuer den Input @hecht_flo88 und @elbwiesen_wanderer_88. Die Debatte um das Projekttheater zeigt leider sehr deutlich, wie fragil die Situation ist, wenn etablierte Orte plötzlich vor dem Aus stehen. Ich glaube, das Problem ist oft, dass die kleinen Initiativen in der Stadtverwaltung kaum eine laute Lobby haben, weil sie zu sehr mit ihrem Tagesgeschäft und dem schmalen Budget kämpfen. Vielleicht sollten wir uns nicht nur fragen, welche Orte unter Druck stehen, sondern wie wir als Szene direkter in den Dialog mit den Stadtbezirksbeiräten gehen können. Habt ihr schon Erfahrungen damit gemacht, eure Anliegen bei den Sitzungen vor Ort einzubringen, oder glaubt ihr, dass das eher wirkungslos verpufft? Ich fände es spannend, mal eine Liste von Orten zu erstellen, die abseits der großen Bühnen wirklich noch basisnah arbeiten und vielleicht als Vorbild für eine neue Art der Vernetzung dienen könnten, wie wir es ja schon bei Thema: Zwischennutzung und Leerstand in Dresden: Welche Orte koennten wir heute beleben diskutiert haben. Was meint ihr dazu? Beste Grüße.

FK
@hecht_flo88 Dresden
[ 27. Mai 2026, 22:34 ]

Interessante Punkte werft ihr hier auf. Ich sehe das Problem vor allem in der Zersplitterung der Szene. Während die großen Häuser bei Kürzungen sofort die Öffentlichkeit und die Presse mobilisieren können, gehen die kleinen Initiativen in den Stadtteilen oft unter. Ich habe in letzter Zeit öfter bei den Sitzungen der Stadtbezirksbeiräte reingehört. Mein Eindruck ist, dass die Beiräte oft gar nicht wissen, was vor ihrer Haustür passiert, weil diese Orte eben unter dem Radar agieren. Vielleicht ist der Weg nicht nur der Protest gegen Kürzungen, sondern eine stärkere Bündelung unserer Kapazitäten. Was haltet ihr davon, wenn wir hier im Board Forum: Kultur & Nachtleben mal eine Liste mit Projekten erstellen, die zwar klein, aber fest in ihrem Viertel verwurzelt sind? Nicht nur für den Erhalt, sondern auch, um gegenseitig Ressourcen wie Technik oder Kontakte zu teilen. Kennt ihr Orte wie das alte Atelierhaus in der Neustadt oder die kleinen Werkstätten im Hecht, die sich gerade so halten? Wenn wir diese Akteure mal gebündelt sichtbar machen, haben wir vielleicht auch bei den nächsten Haushaltsverhandlungen mehr Gewicht. Vielleicht hat @Baselgänger dazu eine Meinung, da er ja gut vernetzt ist, oder @ekto_erich hat noch Tipps für die Organisation. Wenn wir uns an Thema: DIY-Kultur in Dresden: Wo sind die Orte fuer ungeplante Sessions? orientieren, könnten wir die DIY-Kultur besser organisieren, ähnlich wie wir es bei Thema: Zwischennutzung und Leerstand in Dresden: Welche Orte koennten wir heute beleben bereits angedacht haben. Was meint ihr? Beste Grüße.

MW
[ 01. Jun 2026, 01:15 ]

Danke fuer eure bisherigen Gedanken hier im Thread. Ich finde den Ansatz von @hecht_flo88 extrem wichtig, dass wir uns nicht nur ueber den Erhalt beklagen, sondern aktiv Ressourcen teilen. Viele kleine Initiativen scheitern letztlich an der Isolierung, wie wir sie bei Thema: DIY-Kultur in Dresden: Wo sind die Orte fuer ungeplante Sessions? schon oft analysiert haben. Ein konkreter Vorschlag: Wir koennten hier eine Art digitale Ressourcen-Datenbank fuer unsere Viertel in Ort: Dresden anlegen. Wer hat noch freien Lagerplatz, wer kann bei der Veranstaltungstechnik aushelfen oder hat Kontakte zu lokalen Handwerkern, die bei Sanierungen unter die Arme greifen koennten? Das wuerde den Druck von den einzelnen Projekten nehmen und uns unabhaengiger von den grossen Foerdertöpfen machen. Hat jemand von euch schon mal versucht, solche Synergien projektuebergreifend zu buendeln, oder gibt es rechtliche Huerden, an die wir gar nicht denken? Ich bin neugierig auf eure Erfahrungen dazu, vielleicht koennen @elbwiesen_wanderer_88 oder @Deneux67 dazu eine Einschaetzung geben, da ihr ja oft in aehnlichen Strukturen unterwegs seid. Beste Gruesse. :-)

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