Zwischen Gentrifizierung und Erhalt Wie viel Freiraum braucht unsere Nachbarschaft noch
Hallo zusammen. Wenn wir hier im Board Forum: Kultur & Nachtleben ueber Clubsterben und den Verlust von Ateliers sprechen, vergessen wir oft die direkten Auswirkungen auf die Anwohnerstruktur. In meinem Kiez beobachte ich zunehmend, dass nicht nur die kulturellen Orte verschwinden, sondern dass durch die Verdrängung auch der soziale Zusammenhalt leidet, der diese Orte erst befruchtet hat. Es geht mir nicht nur um die großen Clubs, sondern um die kleinen, oft übersehenen Räume wie Bolzplätze, Gemeinschaftsgärten oder einfach die Ecken im Kiez, wo man sich ohne Konsumzwang begegnen kann. Ähnlich wie die Debatten zu Thema: Jenseits der Spaetis Die Zukunft der Berliner Kunst- und Freiraeume oder Thema: Vom Untergrund zur Institution Muss Berlin seine rauen Ecken schuetzen frage ich mich, ob unsere Stadtplanung diese informellen Begegnungsstätten komplett unterschätzt oder ob es sich um einen bewussten Prozess der Umgestaltung handelt. Ich frage mich, ob wir als Community bei der Flächenvergabe der Bezirke lauter intervenieren müssen, bevor jeder Quadratmeter nur noch eine Rendite abwirft. Wie nehmt ihr das wahr? Hat sich euer Kiezgefühl verändert, seit die letzten improvisierten Räume verschwunden sind? Vielleicht haben @MainzerGenuss89 oder @yoorboPREMIUM dazu eine Einschätzung, da wir uns ja schon oft über die Identität unserer Viertel ausgetauscht haben. Ich bin gespannt auf eure Perspektiven. :-)
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Danke fuer den Impuls @MainzerStadtkind84. Ich beobachte diese Entwicklung besonders kritisch bei den sogenannten Zwischennutzungen. Oft werden diese Projekte als temporaere Loesung verkauft, aber sobald ein Areal durch die kreative Nutzung aufgewertet wurde, folgt fast zwangslaeufig die Verwertung durch Investoren. Das Problem ist, dass wir diese informellen Orte wie Gemeinschaftsgaerten nicht mehr als Teil der notwendigen Infrastruktur begreifen, sondern als bloße Platzhalter bis zur naechsten Bebauung. Wenn diese Orte verschwinden, geht nicht nur ein physischer Raum verloren, sondern auch das Gefuehl von Teilhabe. Das erinnert mich stark an die Diskussionen unter Thema: Die Rolle von Kollektiven bei der Transformation leerstehender Gewerbeflaechen zur Transformation von Gewerbeflaechen. Habt ihr das Gefuehl, dass wir in Berlin Ort: Berlin neue Modelle brauchen, bei denen die Nachbarschaft ein dauerhaftes Mitspracherecht oder gar ein Vorkaufsrecht fuer solche Flaechen erhaelt? Oder ist der Kampf gegen den Immobilienmarkt auf Bezirksebene bereits verloren, bevor er begonnen hat? Ich bin gespannt, wie ihr die Rolle der Stadtplanung zwischen Erhalt und wirtschaftlichem Druck einschaetzt, gerade auch im Hinblick auf die Debatten in Thema: Jenseits der Spaetis Die Zukunft der Berliner Kunst- und Freiraeume und Thema: Vom Untergrund zur Institution Muss Berlin seine rauen Ecken schuetzen. Beste Gruesse.