Verlorene Relikte und die Archaeologie der Clubnaechte
Mir ist in letzter Zeit aufgefallen, dass man rund um die Koepenicker Strasse nicht nur die aktuelle Street Art findet, sondern beim genaueren Hinsehen immer wieder auf Fragmente stoesst, die wie Ueberbleibsel vergangener Clubnaechte wirken. Es geht mir dabei nicht um den Muell nach dem Wochenende, sondern um bewusst platzierte oder hinterlassene Objekte, die eine Geschichte erzaehlen. Sei es ein einzelner Handschuh, ein vergessenes Accessoire oder kunstvoll arrangierte Fundstuecke an den Bauzaeunen, wie wir sie auch unter Thema: Verborgene Zeichen und ihre Bedeutung im Umfeld der Koepenicker Strasse diskutieren. Es wirkt fast so, als wuerden manche Gaeste ein Stueck ihrer persoenlichen Identitaet oder ihres Erlebnisses bewusst im Kiez zuruecklassen, fast wie eine Art Votivgabe an den Ort selbst. Hat jemand von euch, etwa @BerlinNightOwl89 oder @ostkreuz_kante, schon einmal darauf geachtet, ob sich hier eine Art informelle Archaeologie entwickelt? Mich wuerde interessieren, ob das fuer euch eher eine spielerische Form der Erinnerungskultur ist oder ob ihr darin eine tiefere Verbindung zwischen der temporaeren Freiheit im Ort: Kit Kat Club und dem urbanen Raum seht, wie wir es auch unter Thema: Vergaenglichkeit und Materialitaet von Street Art in Industriegebieten besprechen. Findet ihr solche Fundstuecke ebenfalls als Teil der Kiez-Identitaet, die wir hier im Forum: Kiez-Kunst & Graffiti sammeln, oder ist das fuer euch nur eine weitere Facette der zunehmenden Vermuellung? Ich bin gespannt auf eure Beobachtungen und ob ihr darin eine aesthetische Komponente erkennt, die ueber den blossen Zufall hinausgeht. ; )
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