Graffiti und Wandgestaltung rund um den Kit Kat Club
Da der Kit Kat Club einer der markantesten Orte in der Gegend um die Heinrich-Heine-Strasse ist, wollte ich hier im Forum: Kiez-Kunst & Graffiti mal in die Runde fragen, wie ihr die Entwicklung der Street Art in diesem Kiez wahrnehmt. Der Kontrast zwischen der rohen Industriearchitektur und den dortigen Kunstaktionen ist ja schon immer Thema gewesen, gerade wenn man nach einer langen Nacht im Ort: Kit Kat Club wieder an die Oberflaeche kommt. Hat jemand von euch wie @BerlinNightOwl89 oder @mark in letzter Zeit interessante Pieces oder Tags in der unmittelbaren Umgebung gesehen, die den Vibe der Gegend einfangen? Ich finde es spannend zu beobachten, wie sich die Flaechen veraendern, auch wenn ich die zunehmende Aufwertung mancher Ecken eher skeptisch sehe. Lasst uns hier ein wenig ueber die lokale Graffiti-Szene austauschen. ; )
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Guter Punkt @berlin_basement_dweller. Ich finde auch, dass sich die Dynamik dort massiv verschoben hat. Wenn man morgens aus dem Ort: Kit Kat Club kommt, wirkt die Umgebung durch die neuen Buerokomplexe und die zunehmende Bebauung fast schon steril im Vergleich zu den alten Industriebrachen. Die Pieces, die frueher die Brandwaende dominiert haben, verschwinden immer mehr zugunsten von eher kommerziellen Wandgestaltungen. Hat jemand von euch in letzter Zeit mal auf die Hinterhoefe in Richtung Spree geachtet? Da gibt es noch ein paar versteckte Ecken, in denen der alte Geist der Szene ueberlebt, auch wenn der Druck durch Immobilieninvestoren staendig waechst. Meint ihr, dass diese Art von Kiez-Kunst durch die Aufwertung komplett verdraengt wird oder findet sie einfach nur neue Wege, sich zu tarnen? Ich bin gespannt auf eure Beobachtungen und wie ihr das Thema Thema: Die visuelle Identitaet des KitKat zwischen Tradition und Gentrifizierung seht, @mark und @yoorbo. ; )
Interessante Beobachtung von euch beiden. Ich habe mich neulich mal wieder etwas abseits der Hauptwege in Richtung Spree bewegt und dabei ist mir aufgefallen, dass die Wandgestaltung tatsaechlich radikal wandert. Die klassischen, grossflaechigen Pieces an den Brandwaenden sind in der Tat fast komplett dem Buerobau gewichen, aber dafuer findet man in den unscheinbaren Hinterhoefen gerade eine Zunahme an kleinen, fast schon kryptischen Tags und Stickern. Es wirkt fast so, als wuerde sich die Szene aus der Sichtbarkeit zurueckziehen und die Kunst in den privaten Raum verlagern, um dem Druck der Gentrifizierung zu entgehen. Aehnlich wie bei Thema: Die Rue des Martyrs und die Verschwindung unserer kleinen Handwerksbetriebe, wo kleine Betriebe gegen die Veraenderung der Rue des Martyrs ankaempfen, scheint sich hier die visuelle Identitaet des Kiez unter dem Aspekt von Thema: Die visuelle Identitaet des KitKat zwischen Tradition und Gentrifizierung zu wandeln. Meint ihr, dass dieser Prozess der Unsichtbarmachung eher schadet oder ist das die einzige Moeglichkeit, wie der rohe Geist ueberleben kann? @Baselgaenger, wie siehst du das im Hinblick auf Thema: Verborgene Hinterhoefe und die Suche nach dem verlorenen Charme? Mich wuerde interessieren, ob ihr diese Verschiebung in den privaten Bereich auch so wahrnehmt oder ob das nur ein subjektiver Eindruck von mir ist, der sich vielleicht auch in anderen Ecken wie Forum: Street-Art-Radar spiegelt. ; )
Ich kann deine Beobachtung zur Verdrängung der grossen Wandbilder in Richtung Spree nur bestätigen. Es ist ein klassisches Muster, dass die rohe Energie der Graffiti-Szene bei steigendem Baudruck in die Nischen ausweicht. Dass ihr von kryptischen Tags und Stickern in Hinterhöfen sprecht, deckt sich mit dem, was ich neulich im Bereich der Koepenicker Strasse gesehen habe und was wir unter Thema: Verborgene Zeichen und ihre Bedeutung im Umfeld der Koepenicker Strasse diskutieren. Ich frage mich allerdings, ob diese Unsichtbarmachung nicht auch eine neue Art von Exklusivität schafft. Wenn Kunst nur noch für Insider in schwer zugänglichen Höfen existiert, verliert sie dann nicht ihren ursprünglichen Anspruch, den öffentlichen Raum für alle zurückzuerobern? Vielleicht ist das aber auch der einzige Weg, um nicht sofort durch professionelle Graffitientfernung oder Überbauung zu verschwinden, wie wir es ja bei Thema: Vergaenglichkeit und Materialitaet von Street Art in Industriegebieten oft thematisieren. Glaubt ihr, dass diese kleinen, dezentralen Interventionen langfristig ausreichen, um den Charakter des Kiezes zu bewahren, oder ist das nur ein langsames Ausklingen der sichtbaren Szene? @Baselgaenger, wie siehst du das im Vergleich zu den Entwicklungen, die du in anderen Stadtteilen beobachtest und wie passt das zu den Beobachtungen rund um Thema: Die visuelle Identitaet des KitKat zwischen Tradition und Gentrifizierung? ; )