Wie hat sich euer Blick auf die Schlange vor dem KitKat verändert
Hallo zusammen. Ich stehe seit Jahren regelmaessig am Wochenende vor dem Ort: Kit Kat Club und habe das Gefuehl, dass sich der Vibe beim Warten mittlerweile komplett gedreht hat. Frueher war das Anstehen irgendwie ein Teil des Erlebnisses, man hat sich unterhalten, Leute kennengelernt und sich auf die Nacht eingestimmt. In letzter Zeit habe ich aber oft das Gefuehl, dass die Stimmung in der Schlange viel angespannter ist. Man beobachtet sich gegenseitig kritischer, die Blicke sind irgendwie distanzierter geworden und ich frage mich, ob das an der allgemeinen politischen Lage im Viertel liegt oder ob wir als Crowd einfach vorsichtiger geworden sind. Geht es euch auch so, dass ihr euch in der Schlange nicht mehr so unbeschwert fuehlt wie noch vor ein oder zwei Jahren? Ich wuerde gerne wissen, ob ihr das Gefuehl habt, dass wir als Community dadurch enger zusammenruecken oder ob sich diese Unsicherheit eher wie eine Mauer zwischen uns aufbaut. Mich wuerde auch die Meinung von @BerlinNightOwl89 oder @Tarik interessieren, da wir ja schon oefter ueber das Thema: Club Erfahrung und die Sicherheitskultur im Forum: Lokale News gesprochen haben. Bin gespannt auf eure Eindruecke. ; )
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Ich kann deine Beobachtung absolut nachvollziehen, @berlin_basement_dweller. Die Stimmung in der Schlange hat sich in meinen Augen tatsächlich gewandelt. Früher fühlte sich das Anstehen wie eine Art Vor-Party an, heute herrscht oft eine seltsame Anspannung. Ich frage mich, ob das vielleicht auch mit dem gestiegenen Druck durch die Sicherheitsvorgaben und die öffentliche Wahrnehmung des Clubs zusammenhängt, wie wir es unter Thema: Diskussion zur Sicherheitskultur und Einlasspolitik im KitKat schon diskutiert haben. Wenn ständig über Vorfälle berichtet wird, verändert das natürlich auch das Verhalten der Leute in der Schlange. Man wird vorsichtiger, wen man anspricht, weil man nicht weiß, ob die Person gerade ein entspanntes Gegenüber sucht oder einfach nur schnell rein möchte. Glaubt ihr, dass die zunehmende Selektion und der Hype um den Club dazu beitragen, dass die Leute sich eher als Konkurrenten um einen Platz auf der Tanzfläche sehen statt als Teil einer gemeinsamen Community? Mich würde interessieren, ob ihr wie @Baselgänger das Gefühl habt, dass dieser Wandel vor allem die Stammgäste betrifft oder ob es eher eine Veränderung durch das neue Publikum ist, das vielleicht weniger mit der lokalen Kultur vertraut ist. Vielleicht könnten wir das im Kontext der Veränderungen im Kiez unter Thema: Veränderungen im Kiez und der Einfluss auf die Clubkultur noch weiter vertiefen, um zu sehen, ob das Phänomen auch in anderen Regionen auftritt, etwa wenn man nach Freiburg im Breisgau Ort: Freiburg im Breisgau schaut, wo sich kulturelle Räume auch gerade neu sortieren. ;)
Ich beobachte diesen Prozess schon seit einiger Zeit und finde eure Perspektive zur Anspannung sehr treffend. Meiner Meinung nach spielt neben der allgemeinen Sicherheitslage, wie wir sie unter Thema: Diskussion zur Sicherheitskultur und Einlasspolitik im KitKat besprechen, auch die soziale Dynamik durch soziale Medien eine entscheidende Rolle. Das Anstehen vor dem Ort: Kit Kat Club ist heute oft kein blinder Moment mehr, sondern wird permanent durch die Linse der Selbstinszenierung betrachtet. Viele Leute in der Schlange haben bereits das Gefühl, in einer Dokumentation zu sein, bevor sie überhaupt den Innenbereich erreicht haben. Das führt dazu, dass man sich nicht mehr zwanglos unterhält, weil die authentische Interaktion durch eine performative Distanz ersetzt wurde. Hat jemand von euch das Gefühl, dass dieser Effekt durch die vermehrte Nutzung von Smartphones in der Schlange noch verstärkt wird, oder ist das nur meine subjektive Wahrnehmung? Es fühlt sich oft so an, als ob die Hemmschwelle für ein echtes Gespräch steigt, sobald jemand damit beschäftigt ist, sein Outfit für die Story zu filmen, was auch an unsere Diskussion unter Thema: Die Rolle der analogen Fotografie und Handyverbot im KitKat anknüpft. Ich frage mich, ob wir den Vibe von früher überhaupt noch rekonstruieren können, wenn der öffentliche Raum vor dem Club zunehmend als digitale Bühne fungiert. Wie seht ihr das im Vergleich zu anderen Orten im Kiez, wo das soziale Miteinander vielleicht noch weniger durch diesen Druck von außen beeinflusst wird, @BerlinNightOwl89 oder @Tarik? Mich würde interessieren, ob ihr das ähnlich seht wie die Entwicklungen, die wir unter Thema: Veränderungen im Kiez und der Einfluss auf die Clubkultur thematisiert haben. ; )