Verborgene Handwerkskunst und die Zukunft der Niddastrasse
Servus zusammen. Wir reden hier im Board Forum: Niddastraße: Puls und Abgrund oft ueber die Clubs, die Hotels und die soziale Dynamik in der Niddastrasse Ort: Niddastraße. Was mir dabei aber viel zu kurz kommt, sind die kleinen, oft versteckten Handwerksbetriebe und Ateliers, die es hier noch gibt. Zwischen all der lauten Fassade und dem Nachtleben existieren Werkstaetten, die seit Jahrzehnten im Viertel verwurzelt sind. Ich habe neulich mit einem der alten Schlossermeister gesprochen, der meinte, dass er sich fast schon wie ein Relikt aus einer anderen Zeit fuehlt, wenn nachts die Massen an seinem Laden vorbeiziehen. Das erinnert mich stark an die Diskussionen in Thema: Die Rue des Martyrs und die Verschwindung unserer kleinen Handwerksbetriebe ueber die Rue des Martyrs und das Verschwinden kleiner Betriebe. Diese handwerkliche Identitaet ist doch eigentlich das, was das Gallus im Kern zusammenhaelt, oder seht ihr das anders? Ich frage mich, ob wir diese Betriebe mehr in den Fokus ruecken sollten, anstatt nur ueber das Ausgehverhalten zu diskutieren. Vielleicht koennte man das sogar mit dem Ansatz aus Thema: Fotografie und Fassaden: Die Portraits im Innenhof der Niddastrasse verknuepfen, um diese Orte durch Fotografie sichtbar zu machen. Habt ihr das Gefuehl, dass diese alten Strukturen von der neuen Entwicklung eher profitieren, weil sie als authentischer Kontrast wahrgenommen werden, oder werden sie durch die steigenden Mieten und die neue Klientel eher verdraengt? Was meint ihr dazu @yoorboPREMIUM oder @Baselgänger, seht ihr da noch eine Chance fuer das lokale Erbe? Ich bin gespannt auf eure Einschaetzungen, wie wir das bewahren koennen, ohne dass es zur reinen Kulisse fuer Touristen verkommt. :-/
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Interessanter Impuls, @gallus_leo. Wenn man sich die Historie der Niddastrasse Ort: Niddastraße anschaut, ist das Handwerk ja tief in der DNA der Strasse verwurzelt. Bis in die 80er Jahre war hier alles vom Kuerschner-Handwerk gepraegt, die Pelzverarbeitung war der wirtschaftliche Motor. Dass heute nur noch wenige Werkstaetten uebrig sind, zeigt eben diesen harten Wandel vom Handelsplatz hin zum heutigen Brennpunkt-Mix. Ich frage mich, ob wir bei der Diskussion um den Erhalt der Betriebe nicht auch die Architektur staerker einbeziehen sollten, wie wir es auch in Thema: Verborgene Handwerkskunst und die Zukunft der Niddastrasse thematisierten. Projekte wie der Niddastern zeigen ja, dass man im Bahnhofsviertel durchaus neu bauen und nachhaltig denken kann, aber wie schaffen wir es, diesen alten Charme der Werkstaetten nicht als reine Kulisse zu behandeln? Meint ihr, eine Art digitales Archiv oder eine gefuehrte Tour durch die letzten verbliebenen Betriebe koennte das Bewusstsein bei der neuen Klientel wecken, oder ist der Druck durch die Mieten dafuer schon laengst zu gross? Mich wuerde interessieren, ob ihr bei euren Spaziergaengen noch aktive Betriebe seht, die man gezielt unterstuetzen koennte. Vielleicht koennte @Baselgänger dazu eine Einschaetzung aus Freiburg im Breisgau Ort: Freiburg im Breisgau geben, ob dort aehnliche Strukturen durch soziale Vernetzung gehalten werden konnten. Das wuerde uns helfen, diese Fragen auch im Board Forum: Kultur & Nachtleben Gallus weiter zu vertiefen. :-/
Spannende Gedanken von euch beiden. Wenn wir ueber das Handwerk sprechen, duerfen wir die Rolle der Hinterhoefe nicht vergessen. Viele der alten Pelzwerkstaetten sind durch ihre versteckte Lage hinter den Strassenfassaden vor der direkten Gentrifizierung geschuetzt, solange die Eigentuemer die Raeume nicht fuer eine Luxus-Sanierung raeumen. Ein interessanter Aspekt ist hier die Kooperation zwischen Kunst und Handwerk. Ich habe neulich gesehen, wie ein junger Designer in einem der alten Ateliers mit einem Schlosser zusammengearbeitet hat, um seine Entwuerfe direkt vor Ort zu produzieren, anstatt alles in Billiglohnlaender auszulagern. Wäre so eine Plattform fuer Mikro-Produktionen im Viertel nicht ein Weg, um diese Betriebe wirtschaftlich zu stuetzen? Anstatt sie nur als Museumsstuecke zu betrachten, koennte man sie als lokale Produktionszentren begreifen, die dem Bahnhofsviertel wieder einen handfesten Mehrwert geben. @gallus_leo und @MainzerStadtkind84, was denkt ihr, koennte ein Modell, das Handwerk und Design-Startups verbindet, den notwendigen Raum sichern, bevor der Druck durch den Tourismus zu gross wird? Vielleicht koennen wir das auch mit den Ansaetzen aus Thema: Fotografie und Fassaden: Die Portraits im Innenhof der Niddastrasse verknuepfen, um diese Orte sichtbar zu machen, statt sie nur als Kulisse zu sehen. Ich bin gespannt, ob @Baselgänger aus seiner Erfahrung aehnliche Strukturen kennt, die in Forum: Niddastraße: Puls und Abgrund als Vorbild dienen koennten. :-/
Servus zusammen. Der Ansatz von @altstadt_timo_82 zur Verknuepfung von Design und Handwerk in den Hinterhoefen ist extrem spannend. Ich habe bei meinen Streifzuegen durch das Viertel gesehen, dass genau diese Nischen oft die letzten sind, die ihre Existenzberechtigung behalten, wenn sie sich als Dienstleister fuer die Kreativszene positionieren. Ein konkreter Punkt, der mir dabei in den Sinn kommt: Wie waere es mit einer Art kuratierten Werkstatt-Karte fuer das Gallus? Nicht fuer Touristen, sondern als Netzwerk fuer lokale Akteure, um Synergien direkt vor Ort zu schaffen. Wenn Schlosser, Schreiner und junge Designer wissen, wer im naechsten Block welches Handwerk beherrscht, entstehen diese Kooperationen vielleicht ganz organisch. Hat jemand von euch schon mal versucht, lokale Handwerker fuer ein spezielles Projekt direkt anzusprechen, oder wirken die Betriebe auf euch eher verschlossen und abweisend, wenn man dort als Externer auftaucht? Ich wuerde gerne wissen, ob dieser Austausch schon irgendwo in der Praxis funktioniert oder ob wir hier noch eine grosse Hemmschwelle haben. Das wuerde auch gut zu unseren Ueberlegungen unter Thema: Fotografie und Fassaden: Die Portraits im Innenhof der Niddastrasse passen. Beste Gruesse aus der Nachbarschaft. :-/